Bärengeschichten

  • Der Bärengeist 
  • Geschichte über den Ursprung der Bären
  • Vom Ursprung der Krankheiten
  • Der Bärenhäuter 
  • Hans Bär 
  • Geschichte des Bärenmannes
  • Der kleine Bär zählt die Sterne 


Der Bärengeist   

Geschichte der östlichen Waldindianer  

 Eines Tages erschien ein alter Mann im Dorf. Er kam mit leeren Händen, war hungrig und krank. Er stank und seine Haut war mit Geschwüren bedeckt. Beim ersten Wigwam rief er: „Helft mir, ich brauche Unterkunft und was zu essen“.

Man schickte ihn weg, denn man hatte Angst, er würde womöglich die Kinder anstecken. Beim zweiten Haus erging es ihm nicht anders, auch hier jagte man ihn fort. So ging es im ganzen Dorf, niemand wollte ihn aufnehmen. Einzig beim letzten Haus hatte er Erfolg. Eine arme Frau, die nur wenig Verwandte hatte und in einem winzig kleinen Wigwam am Dorfrand lebte, hatte Erbarmen, lud ihn ein, gab ihm zu essen und einen Schlafplatz. Da er am nächsten Tag noch kränker war als zuvor, versuchte sie ihm mit den ihr bekannten Mitteln zu heilen. Es half nicht, er wurde noch kränker. Nach mehreren Tagen erzählte er eines Morgens, dass der Grosse Geist ihn in einem Traum eine Heilpflanze sehen liess, die ihm helfen würde. Der Alte beschrieb die Pflanze ganz genau und die Frau suchte und fand sie im Wald. Mit einem Gebet und kleinem Ritual erntete sie die Pflanze und bereitete die Medizin. Nachdem er diese zu sich genommen hatte, ging es ihm besser. Nach einigen Tagen war er gesund und wollte sich verabschieden. Doch plötzlich hatte er einen Fieberanfall und wurde abermals krank. Wieder halfen die Mittel, die die Frau kannte, nicht. Er lag schon am Rande des Todes, als er wieder im Traum eine Heilpflanze sah. Wieder holte die Frau das angegebene Kraut, wieder wurde er gesund. Als er sich abermals verabschieden wollte, fing er an zu zittern und musste sich plötzlich übergeben. Wieder war er krank; wieder erträumte er die richtige Heilpflanze. So ging es ein ganzes Jahr lang. Dann – endlich – war er wirklich ausgeheilt. Er stand von seinem Lager auf und drehte sich noch einmal um, ehe er zur Tür hinausging und sagte: „ Der Grosse Geist hatte mir gesagt, es sei jemand in diesem Dorf, dem ich beibringen soll, wie man Kranke mit Kräutern heilt. Ich wurde zu dir gesandt, um dich zu lehren. Das habe ich getan.“

Er schritt hinaus ins Sonnenlicht, und die Frau schaute ihm verblüfft nach. Gerade als der Alte im Wald verschwand, verwandelte er sich in einen grossen Bären. Es war der Bärengeist gewesen, der die Frau zur Kräuterheilerin berufen hatte.



Geschichte über den Ursprung der Bären 
Cherokee-Indianer 

Vor langer Zeit gab es einen Cherokee-Clan mit Namen Ani-Tsua-guhi. Ein Junge des Clans hatte die Angewohnheit, den ganzen Tag in Wald und in den Bergen herumzuwandern. Er blieb immer öfter und immer länger fort. Nicht einmal die Mahlzeiten nahm er mehr zuhause ein. Die besorgten Eltern bemerkten, dass auf seinem Körper langes braunes Haar zu wachsen begann. (Das war die Wirkung der wilden Kost)
„Warum stromerst du in den Wäldern und isst nicht einmal mehr mit uns?“ fragten sie. Der Junge antwortete: „Ich finde reichlich Nahrung in Wald. Sie schmeckt auch viel besser als der Mais, die Bohnen und der Kürbis, den ihr kocht“, antwortete der Junge, „ihr seht, mir wächst ein Pelzmantel und bald werde ich hier unter den Leuten nicht mehr leben können. Ich ziehe fort. Wenn ihr wollt, könnt ihr mitkommen. Im Wald gibt es genug zu essen für uns alle und ihr werdet niemals mehr arbeiten müssen, niemals mehr ackern und säen und Unkraut jäte.“
Die Eltern berieten sich mit dem Häuptling des Clans. Sie überlegten und kamen zum Schluss: „Wir müssen hart arbeiten und trotzdem ist oft nicht genug zum Ernten da. Wir werden sieben Tage fasten und dann folgen wir dem Jungen.“
So kam es, dass der gesamte Clan der Ani-Tsua-guhi das Dorf verliess und in die Wildnis zog. Als die anderen Clans davon erfuhren, schickten sie Boten, um die Ani-Tsua-guhi zu überreden, zurückzukommen. Als die Boten sie einholten, waren sie überrascht, dass die Ani-Tsua-guhi schon mit langen Haaren bedeckt waren, wie Tiere. Da sie seit Tagen schon keine durch Menschenhang veränderte Nahrung mehr zu sich genommen hatten, hatte sich schon ihr Wesen verändert. Zu den Boten sagte sie: “Wir kehren nicht um. Wir gehen dahin, wo wir immer zu essen haben. Ab jetzt wollen wir Janu (Bären) heissen. Ihr aber bleibt unsere Verwandten. Wenn ihr einmal hungrig seid, kommt in die Wälder und ruft uns. Dann werden wir helfen, dann werden wir euch unser eigenes Fleisch geben. Ihr braucht keine Angst zu haben, uns zu töten. Nur müsst ihr das Wiederbelebungsritual ausführen und die Stelle, wo unser Blut auf die Erde tropfte, mit Laub bedecken.“
Dann brachten sie den Boten die Gesänge bei, mit denen die Jäger die Bären rufen konnten. Noch heute besitzen die Cherokee, diese magischen Gesänge. Die Boten kehrten nun in ihr Dorf zurück. Als sie sich ein letztes Mal umschauten, sahen sie, wie eine Schar Bären im Dickicht verschwand.

Vom Ursprung der Krankheiten
Cherokee-Indianer   

Früher, in längst vergangenen Zeiten, lebte das Menschenvolk mit allen Tiervölkern in Frieden und Harmonie. Irgendwann aber erfanden die Menschen Pfeil und Bogen. Speere und Messer. Sie fingen an, die Tiere abzuschlachten, nahmen ihr Fleisch und ihre Häute ohne zu danken, nahmen den Vögeln ihre Federn, und die kleine Lebewesen, die Käfer und Würmer, zertraten oder zerquetschten sie aus reiner Unachtsamkeit. Zudem vermehrten sich die Menschen ständig, errichteten überall Dörfer, rodeten Wald und ihre Felder und verdrängten die Tiere aus ihrem Lebensraum. Da es immer unerträglicher wurde, beschwerten sich die Tiervölker beim Häuptling der Tiere, dem alten Weisser Bär.

Weisser Bär rief alle Bären zur Beratung in den Maulbeerhain. Und als sie von den Freveltaten der Menschen genug gehört hatten, beschlossen sie, auf Kriegspfad zu gehen. Da sie wussten, wie wirksam sie Waffen der Menschen waren, entschlossen sie sich, ebenfalls mit Pfeil und Bogen zu kämpfen.

„Woraus werden Pfeil und Bogen gemacht?“ fragte der Häuptling. Einer der die Menschen genau beobachtet hatte, antwortete: „ Der Bogen ist aus den jungen Ästen des Osagedorns (Maclura pomifera) geschnitzt, und die Sehne ist aus unseren Gedärmen!“

Nun holten die Bären das Holz, und ein Bär opferte sich, damit man aus seinen Gedärmen die Sehnen machen konnte. Es war mühsam, den Bogen herzustellen, denn der Osagebaum ist sehr stachelig, aber schliesslich gelang es ihnen. Als sie im Schiessen üben wollten, gab es Probleme. Beim Versuch, die Pfeile abzufeuern, verfingen sich die langen Krallen in den Sehnen.

„Schneiden wir unsere Krallen ab!“ schlug einer der Bären vor. Weisser Bär aber erhob Einspruch: „Schon ist einer von uns wegen der Sehne des Bogens gestorben: Wenn wir unsere Krallen stutzen, werden wir alle sterben. Wie können wir dann bei Gefahr in die Bäume klettern, wie Wurzeln und fette Larven ausgraben? Diese Menschenaffen sind unnatürlich und für uns nicht zu gebrauchen!“

Da keinem Bär etwas Besseres einfiel, löste der alte Häuptling die Versammlung auf. Die Bären verstreuten sich in den bewaldeten Bergen und vergassen die Angelegenheit. Süßes Wildobst fressen, Wildhonig schlecken und gemütlich durch den Wald bummeln, gefiel ihnen sowieso besser als das politische Geschäft.

Die Geschichte geht weiter, aber nun ohne den Bären:

Der Hirschhäuptling, Kleiner Hirsch, trat an seine Stelle und führte sie Ratsversammlung der Waldbewohner. Auch er war zornig. „Rehe, Hirsche und andere Waldtiere geben ihr Fleisch und ihre Häute den Menschen“, erklärte er, „aber nie mehr hört man Worte des Dankes, nie Worte der Entschuldigung! Sie morden uns, aber sie bedecken weder unsere Knochen, wie es sich gehört, noch hinterlassen sie Geschenke und Tabak für die Hinterbliebenen. Solange ich keine Dankesworte höre, werde ich die Menschen dafür bestrafen. Ich schickte ihnen Rheuma und Gliederreissen, so dass sie hilflose Krüppel werden!“

Die Schlange sprach für die Kriechtiere, die Lurche und Echsen: „Auch uns missachten die Menschen und behandeln uns schlecht. Wir werden ihnen in Alpträumen erscheinen, werden sie darin mit unseren Leibern umschnüren, so dass sie Atemnot haben. Wir werden sie anhauchen mit giftigem Atem und werden ihnen mit unserem stechenden Blick die Lebenskraft nehmen, so dass sie den Appetit verlieren und an Auszehrung sterben.“

Noch wütender waren die Insekten, Würmer und anderen Winzlinge. „Die grausamen Menschen zertreten und zerquetschen uns. Wir wünschen, sie wären alle tot“, sagte ihr Sprecher. Daraufhin erfanden sie all die schrecklichen Krankheiten und Seuchen, die die Menschen noch heute plagen. Und hätten sie ihren Willen bekommen, dann wäre das Menschengeschlecht sicherlich ausgestorben.

Nur das Streifenhörnchen, von den Menschen weitgehend in Ruhe gelassen, versuchte ein gutes Wort für die Zweibeiner einzulegen. Aber die Tiere waren so erzürnt, dass sie über das Hörnchen herfielen und ihm mit ihren Krallen über den Rücken fuhren. Deswegen haben diese kleinen Baumnager noch immer Streifen auf dem Rücken.

Der Hund, der gern um die menschlichen Lagerplätze streunte und sich an Abfällen, Knochen und Kot genüsslich tat, war das einzige Tier, das die Menschen mochte. Traurig schlich er sich aus der Runde, ging ins Menschendorf und ist bis heute dort geblieben. Die anderen Tiere erklärten den Hund für verrückt und schlossen ihn aus ihrer Gemeinschaft aus.

Die Bäume, Sträucher und Kräuter, die schweigend den Versammlungsplatz umgaben, hörten alles. Sie waren nicht einverstanden. Sie hatten Mitleid mit den Menschen, zudem hatten sie nicht die besten Erfahrungen mit Tieren gehabt, zu viel hatten diese an Sprossen genagt, Rinden zerkrallt, Samen zerstört oder ihre Hörner an jungen Bäumchen glattgewetzt. Also hielten auch sie ein Pow-Wow und entschieden, dem Menschen zu helfen. Für jede Krankheit, die die Tiere ausschicken, würde einer von ihnen ein Heilmittel bereitstellen. Ein Kräutlein nach dem anderen gab bekannt, welche Krankheit es zu heilen wisse. Sie schickten einem Medizinmann einen Traum, in dem sie erklärten: „Wir, das Grüne Volk, werden euch bei jeder Krankheit helfen. Aber wir sind scheu, ihr müsst zu uns kommen und uns um Hilfe bitten, wenn ihr krank seid. Auch den Bären könnt ihr fragen, denn er kennt unsere Eigenschaften am besten.“



Der Bärenhäuter  

Es war einmal ein junger Kerl, der liess sich als Soldat anwerben, hielt sich tapfer und war immer der Vorderste, wenn es blaue Bohnen regnete. Solange der Krieg dauerte, ging alles gut, aber als der Friede geschlossen war, erhielt er seinen Abschied, und der Hauptmann sagte, er könne gehen, wohin er wolle. Seine Eltern waren tot, und er hatte keine Heimat mehr, da ging er zu seinen Brüdern und bat, sie möchten ihm solange Unterhalt geben, bis der Krieg wieder anfinge. Die Brüder aber waren hartherzig und sagten: „Was sollen wir mit dir? Wir können dich nicht brauchen; sieh zu, wie du dich durchschlägst.“
Der Soldat hatte nichts übrig als sein Gewehr, das nahm er auf die Schulter und wanderte in die Welt. Er kam auf die grosse Heide, auf der nichts zu sehen war als ein Ring von Bäumen. Dahin setzte er sich ganz traurig nieder und sann über sein Schicksal nach. „Ich habe kein Geld“, dachte er, „ich habe nichts gelernt als das Kriegshandwerk, und jetzt, weil Friede geschlossen ist, brauchen sie mich nicht mehr. Ich sehe voraus, ich muss verhungern.“
Auf einmal hörte er ein Brausen und plötzlich stand ein unbekannter Mann vor ihm, der einen grünen Rock trug, recht stattlich aussah, aber einen garstigen Pferdefuss hatte. „Ich weiss schon, was dir fehlt“, sagte der Mann, „Geld und Gut sollst du haben, so viel du willst, aber ich muss zuvor wissen, ob du dich nicht fürchtest, damit ich mein Geld nicht umsonst ausgebe.“
„Ein Soldat und Furcht, wie passt das zusammen?“ antwortete er „du kannst mich auf die Probe stellen.“
„Wohlan“ antwortete der Mann, „schau hinter dich.“
Der Soldat kehrte sich um und sah einen grossen Bären, der brummend auf ihn zutrabte. „Oho“ rief der Soldat, „dich will ich an der Nase kitzeln, dass dir die Lust zum Brummen vergehen soll.“ Er legte an und schoss den Bär auf die Schnauze, dass er zusammenfiel und sich nicht mehr regte.
„Ich sehe wohl“, sagte der Fremde, „dass dir’s an Mut nicht fehlt, aber es ist noch nicht die Bedingung dabei, die musst du erfüllen.“
„Wenn mir’s an der Seligkeit nicht schadet“, antwortete der Soldat, der wohl merkte, wen er vor sich hatte, „sonst lass ich mich auf nichts ein.“
„Das wirst du selber sehen“, antwortete der Grünrock, „du darfst dich in den nächsten sieben Jahren nicht waschen, dir Bart und Haare nicht kämen, die Nägel nicht schneiden und kein Vaterunser beten. Dann will ich dir einen Rock und Mantel geben, den musst du in dieser Zeit tragen. Stirbst du in den sieben Jahren, so bist du mein, bleibt du aber leben, so bist du frei und bist reich dazu für dein Lebtag.“
Der Soldat dachte an die grosse Not, in der er sich befand, er wollte es wagen und willigte ein. Der Teufel zog den grünen Rock aus, reichte ihn dem Soldaten hin und sagte: „Wenn du den Rock an deinem Leibe hast und in die Tasche greifst, so wirst du die Hand immer voll Geld haben.“ Dann zog er dem Bären die Haut ab und sagte: „Das soll dein Mantel sein und auch dein Bett, denn darauf musst du schlafen und darfst in kein anderes Bett kommen. Und dieser Tracht wegen sollst du Bärenhäuter heissen.“ Hierauf verschwand der Teufel.
Der Soldat zog den Rock an, griff gleich in die Tasche und fand, dass die Sache ihre Richtigkeit hatte. Dann hing er sich die Bärenhaut um, ging in die Welt, war guter Dinge und unterliess nichts, was im Wohl und dem Geld wehe tat. Im ersten Jahr ging es noch leidlich, aber im zweiten sah er schon aus wie ein Ungeheuer. Das Haar bedeckte ihm das ganze Gesicht, sein Bart glich einem Stück groben Filztuch, seine Finger hatten Krallen, und sein Gesicht war so mit Schmutz bedeckt, dass wenn man Kresse hineingesät hätte, sie aufgegangen wäre. Wer ihn sah, lief fort, weil er aber allerorten den Armen Geld gab, damit sie für ihn beteten, dass er in den sieben Jahren nicht stürbe, und weil er alles gut bezahlte, so erhielt er doch immer noch Herberge. Im Vierten Jahr kam er in ein Wirtshaus, da wollte ihn der Wirt nicht aufnehmen und wollte ihm nicht einmal einen Platz im Stall anweisen, weil er fürchtete, seine Pferde würden scheu werden. Doch als der Bärenhäuter in die Tasche griff und eine Handvoll Dukaten herausholte, da liess der Wirt sich erweichen und gab ihm eine Stube im Hintergebäude; doch musste er versprechen, sich nicht sehen zu lassen, damit sein Haus nicht bösen Ruf käme.
Als der Bärenhäuter abends allein da sass und von Herzen wünschte, dass die sieben Jahre herum wären, so hörte er in einem Nebenzimmer ein lautes Jammern. Er hatte ein mitleidiges Herz, öffnete die Türe und erblickte einen alten Mann, der heftig weinte und die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Der Bärenhäuter trat näher, aber der Mann sprang auf und wollte entfliehen. Endlich, als er eine menschliche Stimme vernahm, liess er sich bewegen, und durch freundliches Zureden brachte es der Bärenhäuter dahin, dass er ihm die Ursache seines Kummers offenbarte. Sein Vermögen war nach und nach geschwunden, er und seine Töchter mussten darben, und er war so arm, dass er den Wirt nicht mehr bezahlen konnte und ins Gefängnis gesetzt werden sollte. „Wenn ihr weiter keine Sorgen habt“, sagte der Bärenhäuter, „Geld habe ich genug.“ Er liess den Wirt herbeikommen, bezahlte die Schulden des Alten und steckte dem Unglücklichen noch einen Beutel voll Gold in die Tasche.
Als der alte Mann sich aus seinen Sorgen erlöst sah, wusste er nicht, womit er sich dankbar erweisen sollte. „ Komm mit mir mit“, sprach er zu ihm, „meine Töchter sind Wunder von Schönheit, wähle dir eine davon zur Frau. Wenn sie hört, was du für mich getan hast, so wird sie sich nicht weigern. Du siehst freilich ein wenig seltsam aus, aber sie wird dich schon wieder in Ordnung bringen.“
Dem Bärenhäuter gefiel das wohl und er ging mit. Als im die Älteste erblickte, entsetzte sie sich so gewaltig vor seinem Antlitz, dass sie aufschrie und fortlief. Die Zweite blieb zwar stehen, betrachtete ihn von Kopf bis zu den Füssen, dann aber sprach sie: „Wie kann ich einen Mann nehmen, der keine menschliche Gestalt mehr hat? Da gefiel mir der rasierte Bär noch besser, der einmal hier zu sehen war und sich für einen Menschen ausgab, der hatte doch einen Husarenpelz an und weisse Handschuhe. Wenn er nur hässlich wäre, so könnte ich mich an ihn gewöhnen.“
Die Jüngste aber sprach: „ Lieber Vater, das muss ein guter Mann sein, der Euch aus der Not geholfen hat; Euer Wort muss gehalten werden.“ Es war schade, dass das Gesicht des Bärenhäuters von Schmutz und Haaren bedeckt war, sonst hätte man sehen können, wie ihm das Herz im Leibe lachte, als er die Worte hörte. Er nahm einen Ring von seinem Finger, brach ihn entzwei und gab ihr die eine Hälfte, die andere behielt er für sich. In ihre Hälfte schrieb er seinen Namen und bat sie, ihr Stück gut aufzuheben. Hierauf nahm er Abschied und sprach: „Ich muss noch drei Jahre wandern, komm’ ich aber nicht wieder, so bist du frei, weil ich dann tot bin. Bitte aber Gott, dass er mich am Leben erhält.“
Die arme Braut kleidetet sich ganz schwarz, und wenn sie an ihren Bräutigam dachte, so kamen ihr die Tränen in die Augen. Von ihren Schwestern ward ihr nichts als Hohn und Spott zuteil. „Nimm dich in Acht“, sprach die älteste, „wenn du ihm die Hand reichst, so schlägt er mit der Tatze darauf.“
„Hüte dich“ sagte die zweite, „die Bären lieben die Süssigkeit, und wenn du ihm gefällst, so frisst er dich auf.“
„Du musst immer nur seinen Willen tun“, hub die älteste wieder an, „sonst fängt er an zu brummen.“ Und die zweite fuhr fort: „Aber die Hochzeit wird lustig sein, Bären tanzen gut.“
Die Braut schwieg still und liess sich nicht beirren. Der Bärenhäuter aber zog in der Welt herum, tat Gutes, wo er konnte, gab den Armen reichlich, damit sie für ihn beteten. Endlich, als der letzte Tag von den sieben Jahren anbrach, ging er wieder hinaus auf die Heide und setzte sich in den Ring von Bäumen. Nicht lange, so sauste der Wind, und der Teufel stand vor ihm und blickte ihn verdrießlich an; dann warf er ihm den alten Rock hin und verlangte seinen grünen Rock zurück. „So weit sind wir noch nicht“ antwortete der Bärenhäuter, „erst sollst du mich reinigen.“ Der Teufel mochte wollen oder nicht, er musste Wasser holen, den Bärenhäuter waschen, ihm die haare kämmen und die Nägel schneiden. Hierauf sah er wie ein tapferer Kriegsmann aus und war viel schöner als je vorher.
Als der Teufel abgezogen war, war es dem Bärenhäuter ganz leicht ums Herz. Er ging in die Stadt, tat einen prächtigen Samtrock an, setzte sich in einen Wagen, mit vier Schimmeln bespannt, und fuhr zu dem Haus seiner Braut. Niemand erkannte ihn, der Vater hielt ihn für einen vornehmen Feldobrist und führte ihn in das Zimmer, wo seine Töchter sassen. Er musste sich zwischen den beiden ältesten niederlassen; sie schenkten ihm Wein ein, legten ihm die besten Bissen vor und meinten, sie hätten nie einen schöneren Mann auf der Welt gesehen. Die Braut aber sass in schwarzem Kleide ihm gegenüber, schlug die Augen nicht auf und sprach kein Wort. Als er endlich den Vater fragte, ob er ihm eine seiner Töchter zur Frau geben wollte, so sprangen die beiden ältesten auf, liefen in ihre Kammer und wollten prächtige Kleider anziehen; denn jede bildete sich ein, sie wäre die Auserwählte. Der Fremde, sobald er mit seiner Braut allein war, holte er den Ring hervor und warf ihn in einen Becher mit Wein, den er ihr über den Tisch reichte. Sie nahm ihn an, aber als sie getrunken hatte und den halben Ring auf dem Grund liegen fand, so schlug ihr das Herz. Sie holte die andere Hälfte, die sie an einem Band um den Hals trug, hielt sie daran, und es zeigte sich, dass beide Teile vollkommen zueinander passten. Da sprach er: „Ich bin dein verlobter Bräutigam, den du als Bärenhäuter gesehen hast, aber durch Gottes Gnade habe ich meine menschliche Gestalt wieder erhalten.“ Er ging auf sie zu, umarmte sie und gab ihr einen Kuss. Indessen kamen die beiden Schwestern in vollem Putz herein, und als sie sahen, dass der schöne Mann der jüngsten zuteil geworden war, und hörten, dass das der Bärenhäuter war, liefen sie voll Zorn und Wut hinaus; die eine ersäufte sich im Brunnen, die andere erhängte sich an einem Baum. Am Abend klopfte jemand an der Tür, und als der Bräutigam öffnete, so war’s der Teufel im grünen Rock, der sprach: „Siehst du, nun habe ich zwei Seelen für deine eine.“


Hans Bär   

Ein armer Köhler und seine Frau, die in einer Hütte tief im Wald wohnten, hatten einen Sohn, den sie Hans nannten. Schon als Säugling war er so stark, dass er unversehens beim Spielen drei Hunde erwürgte. Selbstverständlich schimpften die Eltern mit ihm, aber insgeheim waren sie stolz, so ein kräftiges Kindlein zu haben.
Eines Tages, als der kleine Hans vor der Hütte spielte, tappte eine grimmig brummende Bärin daher. Herzlose Jäger hatten ihre beiden Jungen erschossen. Um sich zu rächen, wollte sie ein Menschenkindlein fressen. Der Junge wehrte sich aber so tapfer, dass es die Bärenmutter rührte. Unwillkürlich musste sie an ihre eigenen Wildfänge denken. Also packte sie den kleinen Hans am Nacken und trug ihn wie ihr eigenes Kind fort in die Höhle. Sie labte ihn mit ihrer eigenen Milch und spielte ausgelassene Spiele mit ihm, so dass er vor Freude quiekte. Jedes Mal aber, wenn sie die Höhle verliess, rollte sie vorsichtshalber einen grossen Stein vor den Eingang. Mit der Zeit gewann sie das Kind immer lieber und hoffte sogar, es würde bei ihr bleiben und sie versorgen, wenn sie selber eines Tages alt würde.
Hans gedieh prächtig. Eines Tages mass er seine Kräfte an dem Stein. Er schob und drückte, bis er wegrollte. Nun wanderte er mit grossen Augen ziellos durch den Wald. Zufällig kam er an der Köhlerhütte seiner Eltern vorbei. Diese erkannten ihn sofort und dankten dem lieben Gott, dass er noch am leben war. Sie nahmen ihn an ihre Obhut und versuchten ihm manierliches Betragen und das notwendige Wissen beizubringen, damit er in der Welt zurechtkomme. Als er gross genug war, begab er sich auf Wanderschaft, um einen Brotherrn zu finden. Bald wurde er als Knecht auf einem Herrengut aufgenommen.
Es war gerade Obsternte. Man brauchte viele kräftige Hände, um die Birnen und Äpfel von den Bäumen zu schütteln. Leider zerbrachen dem neuen Knecht die Äste und Baumstämme, wenn er seine bärenstarken Hände an sie legte. Der erzürnte Arbeitgeber schickte ihn nun zum Holzen in den Wald. Da würde er sich austoben können. Das Hacken und Sägen schien dem neuen Knecht aber zu langsam zu gehen. Er überlegte kurz, wie er es sich einfacher machen könnte, dann riss er die Bäume einfach aus dem Boden und stapelte sie sorgfältig auf. Den anderen Holzknechten wurde angst und bange. Sie ersannen seine List, um ihn umzubringen. Nur so wähnten sie sich vor ihm sicher.
„Hans“, riefen sie mit falschem Zungenschlag, „steig hinunter in den Brunnen. Da unten ist ein Schatz, den nur ein ganz Starker wie du heraufbringen kann.“ Hans, der ebenso gutherzig und gefällig wie naiv war, stieg unbekümmert in den Brunnenschacht. Als er unten war und nach dem Schatz suchte, warfen die anderen ihm schwere Wackersteine auf den Kopf. Er aber dachte, es hagele. Schliesslich schoben sie ein Mühlrad heran und liessen es in den Brunnen fallen. Es fiel ihm um den Hals. Unverrichteter Dinge stieg er wieder hinauf. Als er die erschrockenen Gesichter der anderen Knechte sah, lachte er lauthals und sagte: „ Mit diesem steifen Kragen sehe ich wohl wie ein strenger Pfaffe aus!“
Als sein Herr von der Begebenheit erfuhr, erschrak er heftig. „ Dieser dumme Knecht macht alle anderen verrückt und womöglich ist er obendrein noch gefährlich“, dachte er sich. Um ihn loszuwerden, drückte er dem Hans einen Batzen Gold in die Hand und schickte ihn fort. 
Auf seinen weiteren Wanderungen hörte Hans alle möglichen Geschichten und Gerüchte. Eine Nachricht machte ihn besonders nachdenklich: Im Lande haust ein fürchterlicher Riese, der es sich in den Kopf gesetzt habe, die schöne Tochter des Königs zu heiraten. Das arme Königskind sei völlig verzweifelt und ihr Vater, der König, wisse keinen Rat. Schon drei seiner edelsten Ritter waren von dem Unhold erschlagen worden.
Hans Bär hatte keinen Zweifel, dass er mit dem Riesen fertig werden würde. Mit seinem Goldbatzen kaufte er sich das beste Schwert und machte den Riesen ausfindig. Als der Unhold Hans sah, verhöhnte er ihn und schüttelte sich vor Lachen. Aber das Lachen verging ihm schnell. Mit einem gelungenen Streich schlug Hans dem Grobian den Kopf ab, so dass ihm das schwarze Blut wie ein Springbrunnen aus dem Hals quoll.
Zum Dank an seine Tat gab der König dem tapferen Hans die schöne Königstochter zur Frau. Hans war glücklich, und auch die Prinzessin freute sich, denn ihr Gemahl war nicht nur stark, sondern auch sehr ansehnlich.
Als der alte König bald darauf starb, wurde Hans sein Nachfolger. Als Erstes holte er seine Eltern aus der Köhlerhütte und liess sie im Schloss wohnen. Dann fuhr er mit seiner Königin in den Wald und suchte die Bärenhöhle auf. Er kam gerade noch rechtzeitig, denn seine Bärenmutter lag im Sterben. Sie war schon zu schwach, um sich auch nur Beeren holen zu können. Als sie Hans erkannte, brummte sie glücklich. Dann legte sie zutraulich ihren grossen Kopf in den Schoss der jungen Königin und starb. Er war ihr letzter Wunsch gewesen, ihren Pflegesohn noch einmal zu sehen.



Geschichte des Bären-Mannes            
Pawnee-Indianer 

Im Stamme der Pawnee lebte ein Junge, der Bären gut nachahmen konnte und der tatsächlich einem Bären glich. Seinen Spielkameraden erzählte er, dass er sich in einen Bären verwandeln könne, wann immer er es wolle.
Vor vielen Jahren, noch ehe der Junge geboren wurde, befand sich sein Vater auf dem Kriegspfad. Da, weit weg von Zuhause, traf er auf einen Bärenwelpen. Das Bärchen war so klein und hilflos und schaute ihn so traurig an, dass er es aufhob, ihm einige Tabakblätter um den Hals band und ihm sagte: „ Ich weiss, der Grosse Geist Tirawa wird dich beschützen, aber ich konnte nicht einfach an dir vorbeigehen, ohne dir diese heiligen Tabakblätter zu schenken, um zu zeigen, dass ich dir gut gesinnt bin. Ich hoffe, dass auch mein noch ungeborener Sohn von den Tieren gut behandelt wird, und dass ihr ihm helft, ein grosser weiser Mann zu werden“.
Als der Krieger wieder zu Hause war erzählte er seiner Frau von der Begegnung mit dem kleinen Bären. Da dachte die Frau viel über Bären nach. Die Indianer aber glauben, dass eine schwangere Frau nicht zu lange oder zu oft an ein bestimmtes Tier denken soll, denn sonst würde das Kind diesem Tier gleichen. Und so war es auch. Als der Junge älter wurde, ging er oft allein in den Wald; er war von Bären fasziniert und verehrte sie mit kleinen Ritualen.
Als er erwachsen war, zog er einmal mit einer Truppe Krieger auf dem Kriegspfad gegen die Sioux. Sie waren weit weg von ihrem Pawnee-Dorf, als sie in einer steinigen, von Wacholdersträuchen bewachsenen Schlucht in den Hinterhalt gerieten. Es gelang dem Sioux, alle Pawnee-Indianer zu töten und anschliessend zu skalpieren. Viele Bären lebten in dieser Schlucht. Eine Bärin erkannte sofort, dass sich unter den Getöteten auch derjenigen befand, der ihnen Rauchopfer gebracht, Bärenlider gesungen und ihnen anderes Gutes getan hatte. Die Bärin sagte zu ihrem Gefährten: „Lasst uns diesen Menschen wieder beleben!“
Der Medizinbär antwortete „Das ist fast unmöglich. Wenn es dunkel oder bewölkt ist, wird es nicht gehen, nur wenn die Sonne scheint. Aber ich werde mein Bestes tun.“
An dem Tag schien die Sonne nur ab und zu. Dennoch legten sie den geschundenen Leichnam auf ein Bett aus Beifuss, bliesen im Tabakrauch ins Gesicht, besangen ihn und rieben ihn mit Kräutern ein. Allmählich kam das Leben in den Körper zurück. Endlich war er wieder bei vollem Bewusstsein und sah die beiden Bären. An das, was geschehen war, konnte er sich jedoch nicht erinnern. Die Bären erzählten es ihm und nahmen ihn mit in die Höhle, wo sie ihn bis zur vollen Gesundheit pflegten. Sie brachten ihm all ihr Wissen bei – und das war sehr viel, denn Bären sind die weisesten Tiere. Ehe er schliesslich in sein Dorf zurückkehren wollte, sagten sie ihm, er solle nicht aufhören die Bären zu imitieren und die Bärenlieder zu singen, denn das würde ihm Erfolg im Leben bringen.
Der Medizinbär, der das Wiederbelebungsritual ausgeführt hatte sagte noch: „Ich werde dir immer beistehen, Bären-Mann. Wenn ich sterbe, wirst auch du sterben; werde ich alt, so wirst auch du alt werden.“ Anschliessend deutete er auf einen Wacholderbaum: „ Dieser Baum soll dein Beschützer sein. Der Wacholder wird nie alt, immer ist er frisch und schön. Er ist ein Geschenk des Grossen Geistes. Wenn ein Gewittersturm kommt, wirst du ihn stillen können; wirf einige Zweige ins Feuer, dann wird kein Unheil geschehen.
Zuletzt gab er dem Mann eine Bärenfellmütze. Die brauchte er, denn da die Sioux ihn skalpiert hatten, hatte er keine Haare mehr auf dem Kopf.
Als er im Dorf ankam, konnten die anderen es kaum glauben, dass er es war. Man glaubte er sei gefallen. Schliesslich erkannten ihn seine Eltern. Nachdem er seine Freunde umarmt und ihnen von den Bären , denen er sein Leben verdankt, erzählt hatte, ging er zu den Bären, die unweit vom Dorf warteten und brachte ihnen Tabak, wohlriechendes Lehmpulver, Büffelfleisch und Flussperlen. Der Medizinbär umarmte ihn und sprach: „Da mein Pelz dich berührt hat, wirst du ein grosser Mann sein; da mein Mund deinen Mund berührt hat, wirst du weise sein.“
Nachdem diese Worte gesprochen wurden, gingen die Bären fort. Es waren wahre Worte. Bären-Mann wurde einer der grössten Krieger seines Stammes. Er wurde Medizinmann und brachte den Pawnee den Bärentanz bei, den sie noch immer tanzen. Er wurde alt und genoss hohes Ansehen bei seinem Volk.
 


Der kleine Bär zählt die Sterne

Als der kleine Bär vom Spielen nach Hause kommt, ist er müde! Er gähnt laut «Uaaaaahhhh!» und geht brav nach dem Abendessen Zähne putzen und ins Bettchen.
Doch er kann nicht einschlafen. Lange dreht er sich hin und her und überlegt was er tun kann, um endlich einzuschlafen. Da erinnert er sich an seine Mama, die immer sagt, dass er die Sterne zählen soll, wenn er einmal nicht einschlafen könne.
Also dreht sich der kleine Bär auf den Rücken und schaut ganz nach oben. Ganz weit am Himmel sieht er viele viele Sterne und er weiss nicht, wie er die alle zählen soll. « Und die ganzen Sterne da oben soll ich alle zählen?» denkt er sich und fängt an. «Eins, zwei, drei, vier, fünf…» zählt er laut und verzählt sich irgendwann. Also fängt er wieder von vorne an. «Eins, zwei, drei, vier, fünf…» zählt er wieder und wieder vergisst er, wo er war. «So viele Sterne am Himmel! Das schaffe ich ja nie!», sagt er und versucht es ein drittes Mal. «Eins, zwei, drei, vier, fünf…» zählt er und plötzlich wird er müde.
Und er schläft ein.
Am nächsten Tag wacht er auf und überlegt, was am Abend davor passiert war. Er war tatsächlich beim Sterne zählen einfach eingeschlafen. So oft hatte er gezählt und nie hatte er alle Sterne zählen können. Er erzählt seiner Mama stolz, dass ihr Trick geklappt hat.
Doch die Frage wie viele Sterne es denn nun tatsächlich am Himmel gibt, beschäftigt den kleinen Bären immer noch. Also fragt er seine Mama: «Mama wie viele Sterne gibt es am Himmel denn?» Und sie sagt: «Ach kleiner Bär, wir werden nie alle Sterne zählen können. Es sind unendlich viele und der Himmel ist ja auch gross!» Doch diese Antwort reicht dem kleinen Bären nicht. Er fragt weiter bei seinem Opa: «Opa, wie viele Sterne gibt es am Himmel?» Und sein Opa antwortet: «Ach kleiner Bär. So weit kann ich nicht zählen. Es sind so viele!»
Es scheint, als könne keiner dem kleinen Bären eine Antwort auf seine Frage geben. Also beschliesst er nochmals selber nachzuzählen und versucht jeden Abend auf seine Frage eine Antwort zu bekommen, doch er schläft immer dabei ein.
Da kommt dem kleinen Bären plötzlich eine Idee. Er könnte ja einfach seinen Lehrer fragen. Denn der weiss alles! Also fragt er am nächsten Tag in der Schule seinen Lehrer und tatsächlich hat er ihm eine Antwort. «Ja kleiner Bär. Am Himmel gibt es genauso viele Sterne wie man sie mit dem Herzen sehen kann. Denn nur wer ein gutes Herz hat, kann sie alle leuchten sehen.
Copyrigth Dorothee Schmid